Warum du als Scanner-Persönlichkeit nicht nach deiner Berufung suchen solltest.

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Bist du noch auf der Suche nach deiner Berufung?

Falls du, trotz diverser Ausbildungen und unzähliger Jobwechsel, noch immer nicht deine ‚wahre Berufung‘ gefunden hast und du  immer häufiger das Gefühl hast, dass mit dir „irgendetwas nicht stimmt“, dann möchte ich dir heute etwas verraten: Mir ging es bis vor 5 Jahren ganz genauso. Ich habe mich ganze 30 Jahre lang danach gesehnt endlich ‚meine‘ Berufung zu finden. Diese eine Sache für die ich bestimmt bin, der Traumjob bei dem alles passt, der mich glücklich macht und mit dem ich andere glücklich machen kann. Leider konnte ich diesem Traumjob keinen Namen geben, denn ich hatte ja nicht die geringste Ahnung in welche Richtung es mich zieht. Es gab nur eine einzige Sache, die ich schon immer wusste und für die ich bereit war alles zu tun:

Ich wollte schon immer selbständig sein.

Aber ich hatte ein „Problem“: Meine 1000 Interessen und ein unstillbarer Wissensdurst an unzähligen Themen, für die ich mich so lange intensiv und leidenschaftlich begeistern kann, bis ich das meiste darüber weiß. Dann erlischt allmählich das Feuer und ich widme mich neuen Themen zu. Zurück bleiben überdurchschnittlich viele Kenntnisse und Fähigkeiten in allen möglichen Bereichen, die mich zu einer relativ vielseitigen Person machen. Immerhin etwas. Viele meiner Businesses (u.a. Künstleragentur, Immobilienmaklerin, Seifenherstellerin) habe ich aus einer solchen Euphorie heraus gestartet. Und es lief alles gut, bis zu dem Punkt, an dem das Interesse wieder erlosch. Das war auch immer der Punkt an dem ich erneut begann zu (ver)zweifeln. Jedes Mal, wenn ich dachte meine Berufung gefunden zu haben, musste ich feststellen dass es wieder nur eine Phase war. Das machte mich im Laufe der Jahre immer trauriger.

Meine Jahre als Angestellte verliefen nicht anders. Ich bin diplomierte Krankenschwester, zertifizierte Kosmetikerin und Visagistin und ich begann ein Fernstudium zur Ernährungsberaterin. Ausgeübt habe ich diese Berufe nie. Meine Diplome und Zertifikate stecken in irgendeinem Ordner, man weiß ja schließlich nie wozu sie noch gut sind.

Stattdessen war ich kaufmännische Angestellte in der Patentabteilung (und später in der Personalabteilung) eines US-Chemiekonzerns, kaufmännische Angestellte bei einem Pharmaunternehmen, Verkäuferin in einem Laden für Boots-Zubehör in Spanien,  Verkäuferin in einem Seifenladen,  Sekretärin auf dem Bau, Salesmanagerin mit Top Gehalt bei der Deutschen Luftrettung und Versorgungsassistentin im Krankenhaus.

Während dieser ganzen Zeit war ich gleichzeitig auf der Suche nach meiner Berufung. Ich wurde immer unglücklicher, auch deswegen, weil mein Umfeld wenig Verständnis für mein Verhalten aufwies. Ich dachte wirklich immer mehr, dass mit mir etwas nicht stimmt und ich hasste es, wenn man mich fragte, was ich beruflich mache. Ich hörte Sprüche wie „kannst du nicht mal an einer Sache dranbleiben“ oder „warum ziehst du nicht mal etwas durch“ usw…

Doch alles änderte sich an jenem Tag vor 5 Jahren als ich auf ein Buch stieß mit dem Titel: „Du musst dich nicht entscheiden wenn du 1000 Träume hast“. Das Buch ist von Barbara Sher, der Frau, die den Begriff der „Scanner-Persönlichkeit“ ins Leben gerufen hat (der Begriff ‚Scanner‘ gefällt mir persönlich nicht so sehr, ich finde „multi-passionate people“ schöner). Scanner sind Menschen, die 1000 Interessen und Träume haben. Sie haben einen ausgeprägten Wissensdurst, wollen alles mögliche ausprobieren um es, sobald sie es getan haben, wieder wegzulegen und sich Neuem zuzuwenden. Der Lebenslauf einer typischen Scanner Persönlichkeit weist mehrere Ausbildungen in komplett verschiedenen Bereichen und unzählige Jobwechsel in den unterschiedlichsten Branchen auf. Manche halten es einige Jahre in einer Position aus, andere wiederum nur wenige Monate. Scanner brauchen viel geistige Abwechslung, sie arbeiten am liebsten an mehreren Projekten gleichzeitig, haben eine sehr schnelle Auffassungsgabe und sind in der Lage in kürzester Zeit Dinge zu lernen, die sie interessieren. Im Gegensatz zu den Scannern benennt Barbara Sher die andere große Gruppe „Taucher“, also Menschen die sich vor allem für ein großes Thema in ihrem Leben interessieren, oft sind diese Leute absolute Experten in ihrem Fachgebiet. Selbstverständlich gibt es zwischen diesen beiden Gruppen auch sehr viele Nuancen.

Es klingt vielleicht komisch, aber bis zu diesem Tag im Buchladen hatte ich tatsächlich nicht gewusst, dass es noch viele, viele andere Menschen gibt, die so ticken wie ich. Ich, die ich immer dachte ich hätte ein Problem, erfuhr nun mit Mitte 40 dass es total ok ist so zu sein, und dass das es sogar eine Form der Vielbegabung ist. Dieser Tag änderte, was meine Berufsleben anging, alles. Denn ich begann mich so zu akzeptieren, wie ich bin und nicht mehr dafür zu schämen oder dagegen anzukämpfen.

Falls auch du eine vielbegabte Scannerin bist, dann könnte es schwierig für dich werden deine Berufung zu finden. Aber es gibt einen anderen, besseren Weg für dich dein persönliches und berufliches Glück zu finden:

Finde deine Lebens-Vision.

Hör auf damit nach deiner Berufung zu suchen, denn eine Berufung kann man nicht einfach irgendwo finden. Man hat sie oder man hat sie nicht. Entweder du fühlst dich auf ganz natürliche Weise zu einer Sache berufen oder nicht. Du kannst dir nicht einfach vornehmen eine Berufung zu finden, denn die Berufung kommt zu dir, sie ist einfach da. Manche Menschen wissen schon als Kinder ganz genau was sie später einmal werden wollen und was ihre Berufung ist. Bei anderen Menschen passiert das später, z.B. durch einen Schicksalsschlag oder durch ein besonderes Erlebnis.

Überlege dir also , wie deine Lebens-Vision aussehen könnte. Wie müsste dein Leben sein, damit du zufrieden bist? Wie müsste dein Alltag aussehen? Wann würdest du morgens aufstehen und wann zu Bett gehen, in deinem idealen Leben? Wo und mit wem würdest du leben? Wieviel Geld müsstest du verdienen um dieses Leben zu finanzieren? Würdest du lieber in einer 3-Zimmer Wohnung in der Stadt leben oder auf einem Bauernhof oder in einem Schloss? Träume GRENZENLOS, alles ist erlaubt, denn es ist DEINE Vision, dein Leben.

Und dann, wenn du diese ganzen Fragen für dich geklärt hast, wenn du weißt, wie das Leben, dein Alltag aussehen müsste, damit du dich darin wohlfühlst..

…dann versuche eine (oder auch mehrere!) Tätigkeiten zu finden, die du

a) gerne bis leidenschaftlich gerne ausübst (kann auch ein Hobby sein)

b) an deine Lebens-Vision anpassen kannst.

Wenn du es schaffst, diese beiden Punkte zusammenzufügen, wirst du keine Berufung mehr brauchen. Denn für echte Scanner-Persönlichkeiten ist es wichtiger ihre vielen Interessen unter einen Hut zu kriegen. Probiere es einfach aus!

Falls du Fragen hast schick mir einfach PN oder eine E-Mail an: brigitte.scheffel@mail

Deine Brigitte

 

 

 

 

 

 

 

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